Bitte weitersagen:

Der LVR fördert den Bau inklusiver Wohnprojekte!

Seit mehr als einem Jahr lebt mein Sohn in einer stationären Wohngruppe einer Einrichtung des LVR, in einem Sondersystem, einer liebevollen, aber doch geschlossenen Welt, abgeschottet vom Leben der Anderen, der Mehrheitsgesellschaft. In diesem Haus arbeiten und wohnen ganz überwiegend wunderbare Menschen und meinem Sohn geht es dort sehr gut. Ich muss mit dem Widerspruch leben, dass wir Nutznießer dieser exklusiven Struktur sind und dennoch diese Sondersysteme, die immer auch Abhängigkeitssysteme sind, für einen großen Fehler halten. 

Auf dem Bild macht er sich gerade auf den Weg nach Hause. Der Abendhimmel spiegelt perfekt meine widerstreitenden Gefühle: Dankbarkeit dafür, dass wir uns nach 23 Jahren voneinander lösen können, dass er umgeben ist von freundlichen und fürsorgenden Menschen – und ich wieder mehr Freiheiten leben darf, Entlastung erfahre. Und Kummer. Über sein Leben in einer Umgebung, in der ihm Menschen ohne Behinderung derzeit in der Regel nur als Betreuer begegnen. Oder als Ärzte, Lehrer, Berater. 

Wir brauchen dringend mehr Wohnformen, bei denen Inklusion nicht nur draufsteht, sondern drinsteckt. 

Vom Ende des Gemeinwohls

So ziemlich alle wollen aufsteigen und die, die oben sind, wollen da bleiben. Der Begriff Inklusion taucht in diesem Buch nirgends auf – aber der amerikanische Philosoph Michael J. Sandel hat mit dieser gut lesbaren Analyse unserer fragwürdigen meritokratischen Ethik, die uns letzlich in separate Parallelwelten ohne gemeinsame Diskursräme führt, ein ganz! starkes! Plädoyer für eine inklusive Gesellschaft geschrieben. Und eine wirklich überzeugende Erklärung für den Erfolg Trumps.

Wer gegen die AFD kämpft, muss den Islamismus genauso bekämpfen!

Ahmet Özdemir hatte als Kind „alles, was eine Karriere im deutschen Schulsystem erschwert: Türkische Eltern, die kein Deutsch sprachen, vier große Geschwister auf der Hauptschule – und dunkle Haare und Augen.“* Heute ist er Dozent an zwei Fachhochschulen und Autor: Mit seinen beiden Kinderbüchern zum Thema Inklusion wurde er deutschlandweit bekannt. Wir sprechen über seine Bücher, Inklusion und über den gefährlichen Einfluss Recep Tayyip Erdogans in Deutschland.

Du umschreibst dein Leben mit den Worten „irritiert statt integriert“, so heißt auch dein erstes, autobiographisches Buch. Wo liegt das Problem?

Ahmet: Meine Eltern leben seit 50 Jahren hier. Ich selber bin in Deutschland geboren, hier aufgewachsen, habe hier Abitur gemacht und studiert. Wenn man mich fragt: „Was bist Du, Türke oder Deutscher?“, dann möchte ich antworten: „Deutscher!“ Aber ich werde so nicht wahrgenommen. Weder in der Schule noch an den Wer gegen die AFD kämpft, muss den Islamismus genauso bekämpfen! weiterlesen