Vom Ende des Gemeinwohls

So ziemlich alle wollen aufsteigen und die, die oben sind, wollen da bleiben. Der Begriff Inklusion taucht in diesem Buch nirgends auf – aber der amerikanische Philosoph Michael J. Sandel hat mit dieser gut lesbaren Analyse unserer fragwürdigen meritokratischen Ethik, die uns letzlich in separate Parallelwelten ohne gemeinsame Diskursräme führt, ein ganz! starkes! Plädoyer für eine inklusive Gesellschaft geschrieben. Und eine wirklich überzeugende Erklärung für den Erfolg Trumps.

Silvester 20/21: All dressed up and nowhere to go. 🎉

Heute hier mein allerherzlichstes Dankeschön an Euch! Lasst uns 2021 nutzen und weiter für eine gerechtere, solidarische, inklusive Gesellschaft streiten.

Kommt alle gut rüber – wir sehen uns wieder im neuen Jahr. Bleibt gesund, passt gut auf Euch auf. Happy 2021!

Simone 🎆

Gastfreundschaft – 25 Jahre Wohngemeinschaft Naunynstraße

„Samstag morgen. Frühstück. Es ist nicht klar, wie viele mitessen. Es werden immer mehr. Eine Nachbarin, eine Frau aus der Psychiatrie, ein Geistlicher und Banker aus gutem, reichen Hause, ein Moslem, meine Tochter und ich, Christian, Franz und weitere. Das Gespräch geht um Banken und Macht, um Protest gegen Banken und wie es ist, diesen Protest als Mitglied des Managements der Bank zu erleben. Während des Gesprächs wird dem Geistlichen klar, dass die Nachbarin zum bewaffneten Widerstand gehörte, lange Zeit im Gefängnis saß. Und er sagt: „Mein Vater stand auf der Liste der Leute, die ermordet werden sollten. Die Angst um ihn hat lange unser Leben bestimmt.“ — Und beide Seiten versuchen ein Gespräch, auch wenn Worte manchmal fehlen. Beide Seiten achten einander; es ist ein sehr sehr schwieriges Gespräch, aber es ist eins. Und sie vereinbaren weitere Treffen. Sie merken, dass sie, wenn auch von völlig verschiedenen Seiten kommend, auf der gleichen Suche sind. Das ist für mich das eigentliche an Eurer Gemeinschaft: Dass Menschen, auch ich, sich verändern, wenn sie bei Euch sind. (Michael Herwartz, Erftstadt-Köttingen, 29. Februar 2004)

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Das Märchen vom Elternwahlrecht

Was ich hier zu sagen habe, werden viele nicht gerne hören. Es ist ein  Gemeinplatz: „Inklusion ist ja gut und schön – aber die Wahlfreiheit für Eltern muss erhalten bleiben!“ Wer würde hier widersprechen? Der Satz schreit geradezu nach Zustimmung. Und führt doch gefährlich in die Irre.

Zunächst einmal ist festzuhalten: Aus der UN-Behindertenrechtskonvention lässt sich kein Elternwahlrecht ableiten. Das Märchen vom Elternwahlrecht weiterlesen

Wer gegen die AFD kämpft, muss den Islamismus genauso bekämpfen!

Ahmet Özdemir hatte als Kind „alles, was eine Karriere im deutschen Schulsystem erschwert: Türkische Eltern, die kein Deutsch sprachen, vier große Geschwister auf der Hauptschule – und dunkle Haare und Augen.“* Heute ist er Dozent an zwei Fachhochschulen und Autor: Mit seinen beiden Kinderbüchern zum Thema Inklusion wurde er deutschlandweit bekannt. Wir sprechen über seine Bücher, Inklusion und über den gefährlichen Einfluss Recep Tayyip Erdogans in Deutschland.

Du umschreibst dein Leben mit den Worten „irritiert statt integriert“, so heißt auch dein erstes, autobiographisches Buch. Wo liegt das Problem?

Ahmet: Meine Eltern leben seit 50 Jahren hier. Ich selber bin in Deutschland geboren, hier aufgewachsen, habe hier Abitur gemacht und studiert. Wenn man mich fragt: „Was bist Du, Türke oder Deutscher?“, dann möchte ich antworten: „Deutscher!“ Aber ich werde so nicht wahrgenommen. Weder in der Schule noch an den Wer gegen die AFD kämpft, muss den Islamismus genauso bekämpfen! weiterlesen

Es geht darum, das Leben auf die Kette zu kriegen

„Als meine Schulklasse aufgelöst wurde und die Schüler einfach in Regelschulen gesteckt wurden, war das regelrecht ein Vergehen an den Schülern!“ Die Sprachnachricht der Sonderpädagogin Monika Tielmann wurde zum Anlass für ein intensives Gespräch.

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Exklusive Sonderwelten

Macht Ihnen Ihre Arbeit eigentlich Spaß? Und freuen Sie sich, täglich Ihre Kollegen zu treffen? Ja? Dann gehören Sie offenbar zu den Glücklichen! Es wird Sie vermutlich überraschen, liebe Leser, dass in diesem Fall eine seltene gesetzliche Ausnahmeregelung für Sie vorgesehen ist: Da Ihnen Ihre Arbeit ja Freude macht, steht Ihnen selbstredend kein Lohn, sondern ein kleines Taschengeld zu. Ja, Sie haben richtig gelesen! Der Spaß an der Arbeit und der tägliche Kontakt mit netten KollegInnen genügt. Exklusive Sonderwelten weiterlesen

Auftakt

Ich meine es ernst. Ich werde nicht mit Zurückhaltung denken, sprechen oder schreiben. Ich werde dazu beitragen, dass Menschen mit Behinderung sichtbarer werden. Als Mutter eines jungen Mannes mit Behinderung und werde ich hier in unregelmäßigen Abständen von erstaunlichen Menschen erzählen – und von meiner politischen Arbeit rund um das Thema Inklusion.